Therapie & Wartezeiten

Das deutsche Therapiesystem spiegelt wunderbar wieder wie wir mit uns selber umgehen: Man wird nicht ernst genommen und muss abwarten. Eine Standardfrage, wenn jemand erfährt, dass ich Psychologie studiere ist neben „Kannst du meine Gedanken lesen“ oder „Analysierst du mich gerade?“ auch, ob ich danach auch die Therapeutenausbildung machen möchte. Ganz klar nein!

 

Warum ich keine Therapeutenausbildung machen möchte

Ich liebe es Menschen wie auch in meinen Coachings zu begleiten, wenn sie wieder selber in ihre Kraft finden und sich von nichtförderlichen "Symptomen" lösen möchten. Aber nicht in diesem System. Warum? Weil ich die Schnauze voll habe wie das Therapiesystem Menschen in Diagnosekriterien presst. Auch muss nach einem fünfjährigen Studium eine 3-5-jährige Ausbildung absolviert werden, die komplett selber finanziert werden muss, in der man aber selber schon als Vollzeitkraft arbeiten soll. Dafür, dass einem später die Krankenkassen vorschreiben ob und wie lange man seine Patienten (ich präferiere den Begriff Klient) behandeln darf. Abgesehen davon, dass es so viele mutige Menschen gibt, die sich Unterstützung suchen wollen und diese durch viel zu lange Wartezeiten dezent im Stich gelassen werden. Diesen Menschen werden dann auch noch zwischen Tür und Angel zwischen Vorgesprächen, Tests und Analysen erzählt, was alles KRANK an ihnen ist. 

 

Zwischen Wartezeiten und Diagnosendschungel

Ja es kann hilfreich sein eine Diagnose zu bekommen, um es auch für sich einordnen zu können. Für mich funktioniert das aber nur, wenn man dann nicht alleine gelassen wird und immer wieder erklärt bekommt, dass eine psychische Krankheit eine GESUNDE REAKTION auf KRANKE UMSTÄNDE ist. Und, dass Symptome nur so viel Raum einnehmen können, weil man viele andere Dinge unterdrücken musste, die den Platz dafür gemacht haben. Das können sowohl schmerzhafte Dinge, aber auch Stärken und Talente sein.Wenn das eigene Leben sehr von einem Gefühl, wie Angst z.B. oder dem Drang hungern zu müssen dominiert wird, ist das dein inneres System und eine innere Stimme, die dir etwas sagen möchten. Dein Körper und System arbeiten nicht gegen dich!

 

Jeder Mensch wurde irgendwo einmal nicht ernst genommen und für ein Kind kann das ausreichen, um ein Trauma auszulösen. Diese Grundsteine legen sich bereits im Säuglingsalter. Es gibt sogar Trauma, die vererbt werden können. Der Fokus liegt für mich zu sehr auf dem Kranken und nicht auf dem individuellen Menschen im deutschen Therapiesystem. Ich bin da mehr so Team Provokante Potenzialpsychologie statt staatlich approbierter Psychotherapeutin.

 

Nicht alle im System fahren die Schiene mit

Versteht mich nicht falsch – es gibt viele Therapeuten, die einen geilen Job machen! Nach über fünf Jahren Therapieerfahrung, bei der versucht wurde mich hauptsächlich wieder funktionsfähig zu machen, ich oft gesagt bekommen habe meine Angst auszuhalten und zu bekämpfen und unter anderem ein Psychiater erlebt habe, der mich gerade mal 10 Minuten kannte und mir irgendwelche Mittel verschreiben wollte, habe ich ein gewisses Maß an Toleranz erreicht.

 

 

Ich möchte, dass die Menschen nicht die Ursache wiederholen, warum sie in Therapie müssen – im Kern ist das, so wie man mit seinen Gefühlen ist und war, nicht ernst genommen zu werden. Und für mich geht das im deutschen Therapiesystem leider sehr oft gerade weiter.  Therapie soll ein Raum sein, wo man endlich mit seinen Bedürfnissen und Gefühlen gesehen wird und nicht zwischen Tests, Diagnosebüchern und Anträgen ÜBERsehen wird. Ich frag mich wie da wirklich Heilung stattfinden soll.

 


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