Anorexie aus einem anderen Blickwinkel

ALles Ganz Zwang- los (2)

An alle Mädchen, Jungen, Frauen und Männer, die ihr Essen zählen und kontrollieren. Die Fette, die Kohlenhydrate, die Kalorien. An alle, denen die Zahl auf der Waage wichtiger geworden ist, als die Wertschätzung sich selbst gegenüber. An alle Recoveryaccounts, die sich im Kreis bewegen, weil "sie ihre Essstörung" nicht loslassen können. An alle die noch MEHR nach WENIGER streben.Das Essen ist nicht das Problem. Und du bist nicht krank.

Die unterschätze Ursache der Anorexie

Es mag nicht für alle verallgemeinerbar sein, aber Anorexie ist meistens nur ein Spiegel deiner inneren Welt. Deiner Überzeugungen. Deiner Gedanken. Und irgendwann in deinem Leben hast du gelernt, dass deine Bedürfnisse nicht angemessen sind. Anscheinend ZU VIEL sind. Vielleicht für deine Eltern. Vielleicht für deine Freunde. Vielleicht auch für das System - deine Lehrer oder Bekannten. Und deswegen hast du gelernt durch das Runterschlucken deiner Bedürfnisse satt zu werden. Du hast begonnen dich aufzuopfern. Den Hunger als Freund erkannt - denn alle haben ja gesagt die ungestillten Bedürfnisse und der Hunger danach seien normal und richtig.

Du hast gelernt, dass du weniger werden solltest, damit keine Konflikte entstehen. Etwas stiller. Etwas weniger sichtbar. Denn in deinem Umfeld - sei es Familie oder in anderen Bereichen deines Lebens - wurden Probleme unter den Tisch gekehrt. Und du hättest sie mit dem Einfordern deiner Bedürfnissen auf den Tisch gebracht. Doch dann hättest du diesen Scheinfrieden zerstört. Und deswegen hast du gelernt, deine Bedürfnisse unter den Tisch zu kehren. Und damit auch dein Essen. Deine Nahrung. Und begonnen selbstlos zu sein. Bei Essstörungen geht es nie wirklich ums Essen. Die Symptome psychischer "Erkrankungen" entwickeln sich meiner Meinung nach durch ungesunde Beziehungen. Es ist eine gesunde Reaktion und keine Erkrankung.  

Warum "nur essen" nicht hilft, um zu heilen 

Die Symptome psychischer "Erkrankungen" entwickeln sich meiner Meinung nach durch ungesunde Beziehungen. Es ist eine gesunde Reaktion und keine Erkrankung.

Es bringt nichts deine Mahlzeiten zu erhöhen, Minnie Maud zu machen oder dir den Sport zu verbieten, um zu heilen. Es geht neben dem Essen darum all die ungesunden Überzeugungen, die du durch Beziehungen erlernt hast und dich zwingen verschwinden zu wollen, zu verlernen. Dich und deine Bedürfnisse wieder ernst zu nehmen. Und dir selber endlich genug zu sein.

Es gilt darum dich selber so zu behandeln und behandeln zu lassen, wie es für dich förderlich ist. Es geht darum Hilfe anzunehmen. Und es geht darum Beziehungen, die dich zwingen verschwinden zu wollen, weil der Schmerz in ihnen zu verweilen zu groß wird, dir zu Liebe aufzugeben.

Buchempfehlung zum Thema

Eins der ersten Bücher, die mein Bild zu "psychischen Krankheiten" ins Wanken gebracht hat: "Irre! Wir behandeln die Falschen - Unser Problem sind die Normalen." Es hat mir einen ersten Eindruck davon verschafft, warum ich gar nicht so krank bin, wie ich dachte.

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