Zwänge heilen – Ursachen für Zwänge – Basicreihe 6

Weiter geht es mit der Basic-Reihe zum Thema Zwänge. Heute schauen wir uns eine mögliche Ursache für Zwänge und Zwangsgedanken an:

Wo musstest du dich in etwas zwingen, um dazu zu gehören?

„Wir kommen als hilflose Wesen auf die Erde und alles was wir haben ist die Beziehung zu den Menschen um uns herum. Wir tun alles, damit wir in Beziehung und somit in Sicherheit bleiben können, weil wir abhängig als Kinder sind. Und wenn das bedeutet sich in etwas zwingen zu müssen, nehmen wir auch das in Kauf.“

Dein tägliches Denken, dein Verhalten und deine Überzeugungen sind größtenteils von/durch (deinem) Unterbewusstsein geprägt. In deinem Unterbewusstsein sind all die Dinge abgespeichert, die quasi automatisch ablaufen. Beispielsweise Laufen, Fahrrad fahren oder Gemüse schneiden. Du musst nicht mehr darüber nachdenken, wie diese Dinge funktionieren. Du machst es einfach. Es ist selbstverständlich für dich.

Doch es sind nicht nur solche motorischen Handlungsabläufe im Unterbewusstsein gespeichert. Auch Gedanken und Überzeugungen, die du von dir selbst, anderen Menschen, Beziehungen, Essen, Arbeit, Geld oder über das Leben selbst hast sind darin eingespeichert, ohne dass du mir bewusst sagen könntest, welches diese sind. Sie sind so selbstverständlich für dich, dass du sie gar nicht mehr bewusst auf dem Schirm hast – eben, weil sie im Unterbewusstsein gespeichert sind.

Die Ursache deiner Überzeugungen – und (unter anderem) deiner Zwänge

Die Wurzel dieser Überzeugungen, die in dein System wie eine Software installiert werden, liegt in der Regel in deiner Kindheit. Auch hier kannst du es wieder mit dem Laufen vergleichen. Das hast du Schritt für Schritt erlernt. Heute stellst du nicht mehr in Frage, ob du laufen kannst oder nicht. Du tust es einfach.

Deine Kindheit hat nun aber nicht nur deine Motorik herausgebildet, sondern sie hat dich auch als Mensch geformt und geprägt ohne, dass du einen wirklichen Einfluss darauf hattest. Der Teil in deinem Gehirn, der dir ermöglicht Informationen zu verarbeiten – also etwas als richtig oder falsch einzustufen – entwickelt sich erst im Laufe deiner Kindheit. Als Säugling ist deine Gehirnwellenaktivität mit Tiefschlaf- und Meditationszuständen zu vergleichen. Zwischen 2 und 6 Jahren werden deine Gehirnwellen dann zu den sogenannten „Thetawellen“, was einem hypnotischen Zustand entspricht. Informationen gehen somit direkt ins Unterbewusstsein ohne aktiv von dir reflektiert – also verarbeitet – zu werden (mehr dazu kannst du u.a. in den Büchern und auf dem Blog von Dr. Joe Dispenza lesen).

Die ersten Jahre deines Lebens

Die ersten Jahre bist du in gewisser Weise den Einflüssen deiner Umwelt und deinem Umfeld ausgesetzt gewesen, ohne bewerten zu können, ob es gut ist, was mit dir passiert, wie du erzogen wurdest, was zu dir gesagt oder was mit dir gemacht wurde. Als Kind hast du also ungefiltert aufgenommen, was dir dein Umfeld über dich erzählt hat und wie es mit dir umgegangen ist. Kinder beziehen gerade in den ersten Lebensjahren was um sie herum passiert auf sich. Sie können sich schämen, wenn die Eltern sich streiten, weil sie glauben, sie haben Schuld daran. Sie können das Gefühl haben nicht wichtig zu sein, weil ihnen keiner wegen dem stressigen Arbeitsalltag richtig zuhören kann. Sie glauben sie und nicht der zu hohe Anspruch der Schule sei ein Fehler, wenn sie nicht in allen Fächern gute Note nach Hause bringen, usw.

Seit du klein warst, kennst du einen gewissen persönlichen Umgang anderer Menschen. Sie reagieren auf eine gewisse Weise auf dich und all deine Gefühle. Diese Art des Umgangs speicherst du unbewusst als vertraut und sicher ab. Er fühlt sich gewohnt an. Du kennst es nicht anders. Selbst dann, wenn es schädliche Überzeugungen oder destruktive Beziehungsformen sind.

Gewohntes ist sicher – auch wenn es Unsicherheit ist!

Kennst du nicht auch das typische Phänomen, dass ein Mädchen, deren Mutter von ihrem Vater aggressiv behandelt wurde, selber als erwachsene Frau mit einem Mann zusammenkommt, der aggressiv ist? Das liegt genau daran, dass sie diese Situation als Kind unreflektiert als „richtig“ erlebt und sich daran gewöhnt hat. Unbewusst strebt sie danach, wieder in genau solche ähnlichen Beziehungen zu kommen, wie sie sie aus ihrer Kindheit gewohnt ist. Denn Beziehungen sollen sich vertraut anfühlen – und wenn es immer ungesunde Beziehungen waren, ist es das, was sich für sie vertraut anfühlt.

Damit wir uns wirklich sicher fühlen müssen unsere Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle gesehen, ernst genommen und akzeptiert werden. Es muss einen Raum geben, in dem wir uns ausleben können und so sein dürfen wie wir gerade sind. Wie uns unser Umfeld behandelt hat ist also sehr prägend für weitere Entscheidungen in unserem Leben und dafür, wie wir uns von anderen behandeln lassen.

Zwänge ein Spiegel für…

Zwänge können meiner Meinung nach ein Spiegel dafür sein, dass wir gelernt haben unseren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen nicht trauen zu dürfen. Die Art und Weise wie mit einem Kind und seinen Bedürfnissen umgegangen wurde, wird nämlich in der Regel unbewusst übernommen und weitergelebt.

Du willst mehr über Zwänge und Zwangsgedanken verstehen? Dann lerne den Zwangskompass-Onlinekurs kennen, in dem über 10 Jahre meines Wissens und eigener Erfahrung aus Therapien, Psychologiestudium und Arbeit mit Klienten steckt. Der Kompass soll dich unterstützen und zeigen, was dir deine Zwänge und Zwangsgedanken wirklich sagen wollen:

Ich bin keine ausgebildete Therapeutin und mein Content stellt auch keinen Ersatz für eine Therapie oder medizinische Beratung dar, sondern soll nur helfen eine erste Orientierung oder neue Blickwinkel zu bekommen. Wenn du Unterstützung brauchst, habe ich dir hier ein paar Anlaufstellen und Content, der mir geholfen hat und hilft, zusammengestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Zustimmung der Datenschutzerklärung bei Abschicken des Kommentars